Charles Spearin – The Happiness Project

TheHappinessProject

Charles Spearin, kanadischer Musiker und Mitglied unter anderem des Broken Social Scene - Kollektivs, veröffentlicht mit The Happiness Project ein sehr interessantes und mehr als hörenswertes Album.

Über den Zeitraum eines Jahres hat Spearin seine Nachbarn in Toronto zum Thema Glück interviewt und die Sprachmelodien und -rhythmen der daraus resultierenden  Tonaufnahmen als Grundlage für die Songs von The Happiness Project verwandt.

Das scheint auf den ersten Blick als Platte anstrengender, als es ist – zum einen ist ja beispielsweise HipHop nichts anderes, als musikgewordener Sprachrhythmus, zum anderen ist es derart gut gelungen, aus den Gesprächen eingängige Jazzmelodien zu extrahieren, daß man, wenn man nicht genau hinhört, teilweise denkt, es würde wirklich gesungen oder gerappt.

Daneben sind es natürlich die aus den Interviews resultierenden “Texte”, die das Happiness Project besonders interessant machen – von Mrs. Morris, die einfach nur glücklich darüber ist, nette Nachbarn zu haben, über Anna, die mit geistig behinderten jungen Frauen arbeitet und sich davon inspirieren lässt, dass diese gar nicht daran denken, unglücklich zu sein, hin zu Vanessa, die von Geburt an taub ist und nun ein künstliches, elektronisches Gehör bekommen hat, oder Mr. Gowrie, der von seinen 13 Geschwistern und der früh verstorbenen Mutter erzählt. Hochinteressante, teils sehr rührende, menschliche Alltagsgeschichten, die einen immer wieder zum Nachdenken Anregen. Unbedingt reinhören!

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(Download des Tracks Anna hier)

“These are my neighbours. My wife and I have two little kids and live in downtown Toronto. In the summertime, all the kids in the neighbourhood play outside together and everyone is out on their porch enjoying each other’s company, telling stories and sharing thoughts. A year or so ago I began inviting some of them over to the house for a casual interview vaguely centered around the subject of happiness. In some cases we never broached the subject directly but none-the-less my friends began to call it my “Happiness Project”.
After each interview Spearin would listen back to the recording and examine the thoughts expressed. In addition, he noticed a natural melody and cadence to the speaking voices of his neighbours as they each discussed their views on “happiness”. “It has always been interesting to me how we use sounds to convey concepts,” says Spearin.“Normally, we don’t pay any attention to the movement of our lips and tongue, and the rising and falling of our voices as we toss our thoughts back and forth to each other,“ he continues, “We just talk and listen. The only time we pay attention to these qualities is in song.
With The Happiness Project, Spearin blurs the line between speaking and singing – life and art – and writes music based on these accidental melodies. With the help of some of his musician friends, Charles plays the instruments to match these natural neighbourhood melodies inspired by thought and happiness and then, as Charles concludes, “I arranged them as though they were songs. All of the melodies on this album are the melodies of every day life.

Vincent Wilkie hat diesen tollen Beitrag verfasst. In seiner Freizeit ist er Musiker, Webdesigner und DJ.

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