Internet Explorer auf dem Rückzug?

Der Internet Explorer ist der Albtraum eines jeden Webdesigners.

Proprietäre Codes, merkwürdiges Verhalten beim Auslesen von CSS und ein allgemeines Pfeifen auf Webstandards haben dazu geführt, daß ein Großteil des Zeitaufwands beim Erstellen von Webseiten dafür draufgeht, herauszufinden, warum das Layout, das in allen anderen Browsern toll aussieht, im Explorer total zerschossen ist.

Oft liegt es dann an einem einfachen Tippfehler irgendwo im Quellcode: aus Gründen, die wahrscheinlich nur Microsoft bekannt sind, verzweifelt der Internet Explorer an fehlenden Punkten oder überflüssigen Kommas, während etwa Firefox oder Safari gnädig darüber hinwegsehen…

Oder es liegt daran, daß der Internet Explorer Angaben zu Schriftgrössen ignoriert, Grafiken dort plaziert, wo sie nun überhaupt nicht hinsollen, Abstände falsch interpretiert und allgemein einfach nur macht, was ihm gefällt.

Es gibt Hacks, die nur darauf ausgelegt sind, das dämliche Explorer-Verhalten zu korrigieren, separate CSS-Stylesheets nur für IE, die dafür sorgen, daß das angestrebte Layout einigermassen stimmig umgesetzt wird, und ganze Foren, die sich nur um die Lösung nicht nachvollziehbarer Probleme mit dem Microsoft-Browser drehen.

Warum man sich das antut? Weil der Explorer angeblich von den allermeisten Usern verwandt wird – weil das Windowsmonopol so allumfassend sein soll, daß gar nicht interessiert, wie Webseiten in anderen Browsern aussehen. Internet Explorer is King.

Nun ist mir beim Blättern in den Monatstatistiken dieses noch sehr jungen Blogs etwas interessantes aufgefallen. Von den 26,708 Menschen, die im Februar diskursdisko.de besuchten, haben 50.85% Firefox verwandt, 19.42% browsten mit Apples Safari, während gerade mal 15,41% den Internet Explorer benutzten.

Browser

Im ersten Moment dachte ich daran, daß vielleicht die Kunst- und Designinteressierte Art Crowd, die die Beiträge hier interessant findet, in der Hauptsache mit Mac unterwegs sein könnte – man kennt das Klischee ja: Computer von Apple sind nur was für Designer und Künstler.

Wie man allerdings an der zweiten Grafik erkennt, sind 60.20% der diskursdisko.de – Besucher Windows-User. Mit anderen Worten: eine Mehrheit der Windows-User, die diese Seite besuchen, hat bemerkt, daß Firefox und Safari einige überzeugende Argumente im Angebot haben.

Betriebssysteme

Das Ganze wiederholt sich auch in den Statistiken anderer Seiten, die ich betreibe, scheint sich also nicht nur auf den Blog zu beschränken.

Good News for Web Designers, sollte das tatsächlich ein Trend sein und nicht nur ein komischer Zufall.

Vincent Wilkie hat diesen tollen Beitrag verfasst. In seiner Freizeit ist er Musiker, Webdesigner und DJ.

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2 Kommentare

    Das ist so ähnlich wie mit den Stechmücken: Es gibt immer weniger davon. DIE WERDEN SCHON TOTAL SELTEN.

    Ich finde es nur absolut ungerecht, dass ich mich mit dem verbliebenen kompletten Rest der Viecher – hier analog natürlich Internet Explorer Nutzer – rumschlagen muss ;-)

  • Das wäre doch eine Marktlücke: eine Explorerklatsche. :D

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