Eucalyptus E-Book Reader
Ich bin ja, wie ich erst unlängst erwähnte, ein ziemlicher Buchfreak. Bücher sind und waren schon seit ich denken kann ein integraler Teil meines Daseins – erst am vergangenen Wochenende habe ich gemeinsam mit meiner Liebsten weitere Regale eines beliebten schwedischen Möbelherstellers zusammengezimmert, um der stetig wachsenden Flut an Literatur, die in meinen Gemächern herumsteht, ein klein wenig Herr zu werden.
E-Books waren für mich trotz grösstmöglicher Technerdigkeit bislang allerdings ein eher zweischneidiges Schwert – einerseits ist es mehr als grossartig, gleich ganze Bücherwände in der Hemdtasche mit sich herumtragen zu können, andererseits sahen digitalisierte Bücher bisher oft einfach so bescheuert aus, daß ich keine wirkliche Lust hatte, sie auch zu lesen.
Für iPod Touch und iPhone gibt es zwar das wirklich erstklassige App Classics mit wunderschönen Covern, Seitenumblätteranimation und einigen der wichtigsten frei erhältlichen Klassikern, allerdings haben sich die Entwickler mit ihrer Liebe zum Detail leider selbst ein Bein gestellt: weitere Bücher hinzuzufügen ist seitens des Users nicht möglich, und so ist das Ganze zwar optisch ein Leckerbissen, aber doch eben, wie der Name schon andeutet, eher eine kleine Sammlung als eine ganze Bücherei.
Stanza, bislang mein präferierter E-Book Reader, macht, was das Erweitern der Sammlung angeht, alles richtig: man hat Zugriff auf zahlreiche kostenlose wie bezahlte Download-Services und kann auch selbst erstellte oder anderweitig heruntergeladene Bücher hinzufügen. Dafür hat das App ziemliche Schwierigkeiten beim Formatieren der Texte, und vieles sieht dann letztlich aus, wie unformatierte Textdateien eben aussehen: lesbar, aber nicht schön, und dadurch oftmals auch anstrengend.
Seit gestern bietet nun Eucalyptus, ein brandneuer E-Book Reader für iPod Touch und iPhone, abhilfe, indem das Beste aus beiden Welten kombiniert wird: einerseits durch die Anbindung an das Project Gutenberg eine riesenhafte, wachsende Bibliothek mit über 20.000 kostenlos erhältlichen Büchern, andererseits ein Textlayout, daß sich an echten Büchern orientiert und damit Lesbarkeit und Lesevergnügen garantiert, sowie eine Navigation, die aussieht und sich anfühlt wie die Navigation etwa innerhalb der Musikbibliothek am iPod/iPhone.
Detailverliebte Animationen und Grafiken beim Umblättern, beim Downloaden und Stöbern sowie Buchempfehlungen des Entwicklers sind nur die Rosinen in dieser tollen Buchtorte (vorausgesetzt, man steht auf Rosinen) – insgesamt ist es das Look & Feel, das Eucalyptus aus der Masse anderer Applikationen herausstechen lässt. Man hat wirklich daß Gefühl ein Buch zu lesen und kann sich, da weder das Drumherum noch die Textformatierung stören, ganz auf die Geschichte einlassen.
Mit € 7.99 zwar noch um einiges über der gefühlten Schmerzgrenze beim Appkauf, ist Eucalyptus dennoch eine deutliche Empfehlung wert, insbesondere, wenn man mit einkalkuliert, daß hiervon 20% an das Project Gutenberg gehen. Schade ist nur, daß es keine Demo gibt, da die Qualitäten eines solchen Apps im Vergleich zu anderen, Günstigeren, sich sehr schlecht beschreiben lassen.
Ich jedenfalls bin schwer begeistert und freue mich auf die vielen Klassiker, die ich endlich oder endlich wieder lese.


- Automatic: Collagen und mehr
Die Collagen von Charles Wilkins Design-Studio Automatic zeigen, daß auch Auftragsarbeiten für grosse Kunden durchaus anregend und spannend sein können…
- Urban Camouflage
Urban Camouflage befasst sich mit der Frage, wie man sich und seine Identität im kommerziellen Raum tarnen kann. [Update]: bei Spreeblick gibt es ein informatives Interview mit den Machern von Urban Camouflage. Unsere Kostüme orientieren sich an den «Ghillie Suits», den Tarnanzügen von Scharfschützen in kriegerischen Auseinandersetzungen. Der Einsatz des Kostüms vor Ort war einerseits ein Abenteuer, da die Aktion
- TiltShift Generator
Beim Tilt-Shift-Verfahren handelt es sich um eine Tricktechnik, mittels derer auf ganz normalen Fotografien abgebildete Menschen und Gebäude wirken wie miniaturisierte Figuren und Modelle. Ganz besonders toll zur Geltung kommt diese Technik zum Beispiel in den Filmen von Keith Loutit, die ich hier schon mal gefeatured hatte. Wie es heutzutage angenehmerweise so üblich ist, gibt es
- Boone Oakley – Website via YouTube
Webpräsenzen für Kreativagenturen zu entwerfen ist so eine Sache. Einerseits soll die Seite ja gut aussehen und leicht navigierbar sein, andererseits will man aber auch mittels der Kreativität des Designs seine eigene innovative Ideenfreudigkeit vermitteln. Einen schönen und meines Wissens bislang einzigartigen Mittelweg hat die Agentur Boone Oakley gefunden, indem sie ihre Webpräsenz vollständig auf YouTube
- Victor van Gaasbeek: Sliced Pixel
Ich mag diese Sliced Pixel-Illustrationen von Victor van Gaasbeek, die einerseits an PixelArt, andererseits an ein Tangram erinnern. (via Onion)





Das hört sich doch ganz wunderbar an. Der Preis ist wirklich wucher und deswegen auch meine Frage: lässt sich die Bibliothek denn noch erweitern mit eigenen eBooks?
Ja, der Preis ist schon recht happig – wobei man ja andererseits für Shareware, die man direkt auf dem Desktoprechner betreibt auch gerne mal 10 Euro springen lässt. Irgendwie hat sich für iPhone-Apps ein Niedrigpreis etabliert, an den man sich gewöhnt hat, der ja aber auch nicht wirklich gottgegeben ist… : )
Um eigene E-Books erweitern lässt sich das im Moment noch nicht, da bei dem App ja sehr grossen Wert auf die Formatierung gelegt wird, und das wohl momentan nur mit den Projekt Gutenberg-Büchern richtig gut klappt, aber da wird wohl dran gearbeitet, wenn ich das richtig verstanden habe.
Hi,
lassen sich denn auch deutschsprachige Titel von Gutenberg downloaden/lesen?
Ich hab in den Demos/Bilder vom IPohne immer nur englischspr. Werke gesehen…
Bislang noch nicht, aber soweit ich weiss, wird da wohl auch an einem Update gearbeitet — für deutschsprachige Bücher bedarf es ja einer anderem Formatierung als für englische…