Space Invaders Infinity Gene

invadersEine meiner frühesten Kindheitserinnerungen an Videospiele ist an eine Reihe Nachmittage, die ich Ende der Siebziger, Anfang der Achtziger irgendwo in London auf einem Jahrmarkt verbrachte, der neben den üblichen Attraktionen auch ein für damalige Verhältnisse hochfuturistisches Arkadegerät bot: Space Invaders. Münze um Münze verschwand im Gerät, während die Wellen ausserirdischer Angreifer auf mich zurollten.

Im Laufe der Zeit verblasste der Glanz dieses grossartigen Spiels mit den nachfolgenden Videogame-Generationen — zu langsam, zu monoton, zu schwarz-weiss erschien es im Vergleich zu den Lara Crofts, Nico Bellics und Chun-Lis dieser Welt.

Space Invaders-Hersteller Taito hat sich nun löblicherweise darum gekümmert, das Spiel ins 21. Jahrhundert zu hieven und präsentiert nach der DS/PSP/XBox-Version Space Invaders Extreme nun auch eine Variante für iPhone & iPod Touch.

Space Invaders Infinity Gene spielt auf grandiose Weise mit den Erinnerungen, die wir an das Original haben: als evolutionär konzipiertes Game beginnt es dort, wo wir 1978 schon waren, und entwickelt sich im Laufe der Zeit zum hyperaktiven kleinen Bruder, der demnächst einem Epileptischen Anfall erliegen könnte. Von eher langsam und monochrom zu durchgeknallt bunt und superschnell in 38 Leveln – allerdings nicht, wie man es sonst von Videospielen her kennt, schrittweise den Leveln folgend. Im Zuge der Spielevolution verändert sich je nach Spielweise alles, vom Design über den Sound, die Raumschiffe und Gegner bis hin zu Menüs, Farbgebung und Leveldesign. Auch, wenn man schon gespielte Levels erneut spielt.

Zuguterletzt, und das ist wirklich der Hammer, bietet Space Invaders Infinity Gene die Möglichkeit, Level aufgrund von Musikstücken, die man sich aus der iTunes-Bibliothek aussucht, zu erstellen. Dadurch ergibt sich letztlich eine unendliche Anzahl möglicher Spielvarianten — Infinity eben.

Erhältlich für € 3,99 im App Store. Wenn ich bedenke, wieviel ich damals in diesen Automaten geworfen habe, ist das nichts. Ein Wahnsinn.

The primary theme in SPACE INVADERS INFINITY GENE is evolution. The game’s design, sound, ships, and other elements all evolve as it is played,
gradually shifting and transforming from the classic game into something fresh and new. 
Even the game menus emphasize the evolution theme.
Represented as an evolutionary tree of life, the menu develops new branches as new capabilities and systems evolve.
SPACE INVADERS INFINITY GENE also makes full use of iPhone OS 3.0’s capabilities, featuring an innovative iTunes library support feature allowing users to play original stages with the music in their iPhone or iPod touch!

Vincent Wilkie hat diesen tollen Beitrag verfasst. In seiner Freizeit ist er Musiker, Webdesigner und DJ.

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    Hach, diese Space Invaders. Schon toll, wozu die so gut sein können — hier als Seife aus dem Etsy-Shop von Digitalsoaps…
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2 Kommentare

    […] Space Invaders Infinity Gene | diskursdisko – Space Invaders Infinity Gene spielt auf grandiose Weise mit den Erinnerungen, die wir an das Original haben: als evolutionär konzipiertes Game beginnt es dort, wo wir 1978 schon waren, und entwickelt sich im Laufe der Zeit zum hyperaktiven kleinen Bruder, der demnächst einem Epileptischen Anfall erliegen könnte. […]

  • […] 16-Bit Grafikqualität gepusht. Erinnert vom Prinzip ein klein wenig an das fantastische Space Invaders Infinity Gene, wobei Mimeo wohl einen Puzzle-Aspekt hat, da manche Plattformen nur in bestimmten Auflösungen […]

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